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In collaboration with the Department of Biosystems Science and Engineering at ETH Zurich (D-BSSE) and the Basel Pharmacy Museum.

 

THE PAST IN THE PRESENT, 2018
Mixed Media Film Installation

 

STATEMENT

Between the 13th C and 18th C, the rise in reported alchemic achievements throughout Europe raised ethical and philosophical discussions that blurred the boundaries between the natural and the artificial. During the period, alchemists began to make a unique disciplinary claim that they could naturally alter the deep structure of matter. They claimed not to imitate nature, but to synthesise it in every detail. At the same time alchemists consciously pitted themselves against the decorative arts within which they had been founded. They believed that their discipline alone perfected nature and improved upon its methods, rather than merely imitating it.

Through constantly refining their repetitive formulas the alchemists underwent their own transformation towards the end of that period. This development towards the empirical discipline of the scientific method moved its practitioners from alchemy to chemistry. The hubristic transformation of base elements replaced by carefully annotated scientific investigations that bring a new understanding of the world.

Today synthetic biology can achieve some of the original alchemical claims. An interdisciplinary branch of biology and engineering, it is defined as ‘designing and constructing biological modules, biological systems, and biological machines or, re-design of existing biological systems for useful purpose’. The knowledge and technology now developed, means that novel molecules can be engineered to help our fight against disease. However, the same ethical and philosophical questions remain.

A synthetic biology laboratory is projected into the alchemic experiment, via a live stream, demonstrating the day to day practice of contemporary scientists.

 

THE PAST IN THE PRESENT, 2018
Multimediale Filminstallation

KUNSTLERAUSSAGE

Die steigende Anzahl an Berichten aus ganz Europa über erzielte Erfolge im Bereich der Alchemie zwischen dem 13. und dem 18. Jh. warf ethische und philosophische Fragen auf, bei denen die Grenzen zwischen dem Natürlichen und dem Künstlichen rasch verwischt wurden. Diese Zeit bildet den Startpunkt für die Behauptungen von Alchemisten, sie seien innerhalb ihrer Disziplin in der Lage, die Tiefenstruktur der Materie auf natürliche Weise zu verändern. Sie würden die Natur nicht einfach nur nachahmen, sondern sie bis ins letzte Detail synthetisch nachbilden. Gleichzeitig stellten sich die Alchemisten bewusst gegen die dekorative Kunst, innerhalb derer sie sich ursprünglich herausgebildet hatten. Sie waren der Ansicht, dass ihre Disziplin allein eine Perfektion der Natur und eine Verbesserung ihrer Methoden hervorbringen konnte, sie die Natur also nicht einfach nur nachahmte.

Aufgrund der fortwährenden Verfeinerung ihrer wiederkehrenden Rezepturen erfuhr gegen Ende dieser Zeit die Alchemie selbst einen Wandel. Diese Entwicklung hin zu der empirischen Wissenschaft und ihren Methoden führte die Praktizierenden von der Alchemie zur Chemie. Die anmassende Vorstellung der Transformation von Grundelementen wurde ersetzt durch sorgfältig erläuterte wissenschaftliche Untersuchungen, die zu einem neuen Verständnis der Welt führen sollten.

Heute ist die synthetische Biologie in der Lage, einigen der ursprünglichen Behauptungen der Alchemie gerecht zu werden. Als interdisziplinärer Zweig zwischen Biologie und Technik wird sie definiert als die «Konzeption und Konstruktion biologischer Bauteile, biologischer Systeme und biologischer Maschinen, oder Neugestaltung bestehender biologischer Systeme hin zu einer nützlichen Funktion». Diese neu entwickelten Kenntnisse und Technologien ermöglichen die Schaffung neuartiger Moleküle als Beitrag zur Bekämpfung von Krankheiten. Die ethischen und philosophischen Fragen haben sich hingegen nicht geändert.

Um den Alltag heutiger Wissenschaftler darzustellen, wird über einen Livestream ein Labor für synthetische Biologie in ein alchemistisches Experiment hineinprojiziert.

 

STUDIO RESEARCH

SPECIAL THANKS

lic. phil. I Martin Kluge MAS
Prof. Dr. Sven Panke
Corinne Eichenberger
Jonas Grueter

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