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In collaboration with –  lic. phil. I Martin Kluge MAS, Pharmaziemuseum der Universität Basel.

THE BORDERS OF NATURE, 2018

Mixed Media Installation

 

STATEMENT

The physician and alchemist Paracelsus, who worked in this building from 1526 until 1528, is attributed to have first used the term ‘homunculus’ in his text De Natura Rerum (1537). He asserts that using his Art and Nature, and therefore the creative recombination of biological material, he is able to create a novel lifeform:

“But neither must we by any means forget the generation of homunculi. For there is some truth in this thing, […] while there was no little doubt and question among some of the old Philosophers, whether it was possible to Nature and Art, that a man should be begotten without the female body and the natural womb. […] In order to accomplish it, you must proceed thus. Let the semen of a man putrefy by itself in a sealed cucurbite with the highest putrefaction of the venter equinnus for forty days, or until it begins
at last to live, move, and be agitated, which can easily be seen. After this time it will be in some degree like a human being, but, nevertheless, transparent and without body. If now, after this, it be every day nourished and fed cautiously and prudently with thearcanum of human blood and kept for forty weeks in the perpetual and equal heat of a venter equinnus, it becomes, thenceforth a true and living infant, having all the members of a child that is born from a woman, but much smaller. This we call a homunculus; […] That is one of the greatest and highest secrets that God has made known to the foolish and sinful people. For it is a Miraculumand Magnale Die, and a secret about all secrets, and shall also remain a mystery, until the very last time, in which nothing is hidden but revealed.”

Throughout our history, we have consistently questioned where nature finishes and artifice begins. Through the borders between the natural and supernatural, transformations across heaven and earth and our consistent strive to alter and improve nature through both art and science, philosophical questions are continuously raised.

Why do we seek something beyond what we perceive to be natural?

Why are we driven to repurpose natural constructs?

Are we right, to alter the natural order of things?

What will be the consequences?

The installation presented examples from the museum’s collections where natural objects have been ‘improved’, their original function altered to meet the apparent need of the individual repurposing it.

 

DIE GRENZEN DER NATUR, 2018

Multimediale Filminstallation

 

KUNSTLERAUSSAGE

Dem Arzt und Alchimisten Paracelsus, der hier in diesem Gebäude von 1526 bis 1528 tätig war, wird zuerkannt, in seinem Werk De Natura Rerum (1537) als erster der Begriff Homunkulus verwendet zu haben. Er behauptet, mittels seiner Kunst und der Natur, also aus der kreativen Rekombination von biologischem Material, eine neue Lebensform erschaffen zu können:

„Nun dürfen wir aber keinesfalls die Generation [Erzeugung] der Homunculi vergessen. Denn es ist etwas Wahres daran, […] und kein Zweifel unter den alten Philosophen, dass es der Natur und Kunst möglich sei, dass ein Mensch ausserhalb des weiblichen Leibes und einer natürlichen Mutter geboren werde . […] Nämlich wenn der Samen eines Mannes in einer versiegelten Cucurbite für 40 Tage in venter equinnus [Pferdemist]putreficiert [fermentiert], so lange, bis es schließlich lebendig werde und sich bewegt und regt. Nach dieser Zeit wird es in gewisser Weise wie ein Mensch sein, aber dennoch transparent und ohne Körper. Wenn er dann vierzig Wochen lang täglich mit dem Arcanum des menschlichen Blutes genährt und gefüttert wird und in der gleichmässigen Hitze von venter equinnus [Pferdemist] gehalten wird, so wird es ein recht lebendiges Kind, mit allen Gliedmassen, gleich einem, das von einer Frau geboren ist, aber viel kleiner. Dies nennen wir einen Homunkulus; […] Das

ist nun eines der grössten und höchsten Heimlichkeiten, die Gott den törichten und sündigen Menschen hat wissen lassen. Denn es ist einMiraculum und Magnale Die, und ein Geheimniss über alle Geheimnisse, und soll auch ein Geheimnis bleiben, bis zur allerletzen Zeit, in der nichts mehr verborgen, sondern offenbaret werde.»

Im Laufe unserer Geschichte hat sich immer wieder die Frage gestellt, wo Natur endet und Kunst beginnt. So haben die Grenzen zwischen dem Natürlichen und Übernatürlichen, der Zwischenraum zwischen Himmel und Erde und unser beständiges Streben, die Natur durch Kunst und Wissenschaft zu verändern und zu verbessern, immer wieder philosophische Fragen aufgeworfen. Warum suchen wir etwas jenseits dessen, was wir für natürlich halten? Warum sind wir dazu getrieben, natürliche Konstrukte zweckzuendfremden? Haben wir Recht, die natürliche Ordnung der Dinge zu ändern? Was werden die Konsequenzen sein?

Hier finden Sie einige Beispiele aus den Sammlungen des Museums, in denen natürliche Objekte «verbessert» wurden, deren ursprüngliche Funktion verändert wurde, um dem scheinbaren Bedürfnis des Individuums zu entsprechen.

STUDIO RESEARCH

SPECIAL THANKS

lic. phil. I Martin Kluge MAS

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